
Diese alten Tische, die daran erinnern, dass Essen nicht nur das Füllen des Magens, sondern eine Zeremonie der Dankbarkeit ist.
Im Osmanischen Reich hatte es einen Grund, Kaffee neben Wasser zu stellen, wenn man ihn einem Gast anbot. Wenn der Gast satt war, nahm er den Kaffee, wenn er hungrig war, das Wasser. Der Gastgeber bereitete den Tisch entsprechend leise vor. Zu fragen 'Bist du hungrig?' galt als unhöflich. Diese Feinheit zeigt den Wert, der der Menschenwürde beigemessen wird. Dieser Geist des Teilens und der Großzügigkeit liegt den Ramadan-Tischen und der Tradition der Zahnmiete zugrunde.
"Im Osmanischen Reich begann man am Tisch mit Salz und endete mit einem Gebet. Essen war ebenso Erziehung für die Seele wie ein Bedürfnis des Körpers."
Wir entdecken die Tischetikette, die wir mit der heutigen Fast-Food-Kultur vergessen haben, in der osmanischen Küche wieder. Mit der Familie am Bodentisch zu sitzen, aus demselben Gericht zu essen, kein Essen zu verschwenden... Das sind Werte, die nicht verloren gehen sollten. Die Frische von Sorbets, die Fülle von Fleischpilaws und die Süße von Halva spiegeln eigentlich die Höflichkeit jener Zeit wider. Mögen unsere Tische nicht nur mit Essen, sondern mit Gesprächen und Bismillah gefüllt sein.