
Ein 1500-jähriges Warten, Fatihs Niederwerfung und die wieder aufsteigenden Klänge des Adhan.
Als Istanbul 1453 erobert wurde, war dies der erste Ort, den Fatih Sultan Mehmet aufsuchte. In dem Moment, als er von seinem Pferd stieg und sich in Dankbarkeit niederwarf, änderte sich das Schicksal der Hagia Sophia. Die Fahnen rechts von der Kanzel und der Imam, der mit einem Schwert auf die Kanzel steigt, sind Symbole dafür, dass dieser Ort mit dem 'Recht des Schwertes' erobert wurde. Dort zu sein und diese Details zu kennen, lässt Sie sich nicht nur wie ein Tourist fühlen, sondern wie ein Erbe dieser Eroberung. Fatihs Stiftungsurkunde scheint immer noch von den Wänden zu hallen: 'Wer diese Moschee für einen anderen als ihren Zweck nutzt...' Vervollständigen Sie das Gebet.
Diese berühmte Kuppel, die als 'unübertrefflich' galt, bis Mimar Sinan die Süleymaniye baute... Diese Kuppel, die in 55 Metern Höhe steht, als ob sie in der Luft schwebe, hat Ingenieure jahrhundertelang verblüfft. Lichtstrahlen, die durch die 40 Fenster darunter eindringen, vermitteln das Gefühl, dass die Kuppel vom Himmel herabgestiegen ist. Kombiniert mit Ergänzungen islamischer Kunst; diesen riesigen Kalligraphie-Tafeln und der Eleganz des Mihrab, entsteht eine göttliche Atmosphäre, die einen winzig fühlen lässt. Ihr Nacken wird vom Hochschauen schmerzen, aber Sie werden Ihren Blick nicht abwenden können.
Einer der interessantesten Aspekte der Hagia Sophia ist, dass Mosaike aus der christlichen Ära und islamische Artefakte friedlich unter demselben Dach stehen. Dass die Fresken nicht vollständig bedeckt, sondern nur während der Gebetszeiten verhüllt werden, ist ein Zeichen für den Respekt des Islam gegenüber anderen Religionen und der Kunst. Diese Toleranz macht die Hagia Sophia weltweit einzigartig. Dort sowohl die Darstellung Jesu (aus der Museumszeit) als auch das Wort 'Allah' im selben Rahmen zu sehen, ist wie das gleichzeitige Erleben der Schichten der Geschichte.
"Wenn Sie durch das Kaisertor treten und zu dieser riesigen Kuppel hinaufschauen, sehen Sie nicht nur Stein und Mörtel. Sie sehen Justinians Ehrgeiz, Fatih Sultan Mehmets Dankbarkeit und die Tränen derer, die jahrhundertelang beteten, dass 'die Ketten brechen mögen'. Die Hagia Sophia ist viel mehr als ein Gebäude; sie ist die Seele Istanbuls, der rote Apfel der islamischen Welt. Was Sie fühlen, wenn Sie auf ihre Teppiche treten, ist nicht Weichheit, sondern dieses süße Gewicht, das die Geschichte auf Ihre Schultern legt."
Ein Gebet in der Hagia Sophia ist kein gewöhnlicher Gottesdienst; es ist ein Zeugnis der Geschichte. Es ist unmöglich, keine Gänsehaut zu bekommen, wenn der Ruf des Muezzins 'Allahu Akbar' in dieser riesigen Kuppel widerhallt und zu Ihnen zurückkehrt. Dieses dämmrige Licht, das durch die Fenster fällt, die Majestät der grünen Säulen und die riesigen 'Allah', 'Mohammed'-Tafeln an den Wänden... Hier treffen Ost und West, Materie und Bedeutung aufeinander. Nach Istanbul zu kommen und zurückzukehren, ohne die spirituelle Atmosphäre der Hagia Sophia zu atmen, bedeutet, Istanbul nie gesehen zu haben.